Stadtmission - Hamburg - Aktuelles   

Perspektiven für Hoffnungsorte in Hamburg

 

Impuls von Dr. Stephan Reimers, Verwaltungsratsvorsitzender der Stadtmission Hamburg, aus Anlass der Einführung des neuen Markennamens hoffnungsorte hamburg und der Gründung der stiftung hoffnungsorte hamburg, vom 10.4.2013

 

»Wir leben in einer sich ständig modernisierenden Gesellschaft, die zugleich von Überalterung und Zuwanderung geprägt wird. Dabei entstehen immer neue Abbruchkanten, an denen Menschen zu Schaden kommen. Besonders betroffen sind Einheimische und Zuwanderer mit geringer Bildung und fehlender oder nicht passender Ausbildung. Arbeitslosigkeit und zerbrechende Familien können vor allem Männer in die Obdachlosigkeit abrutschen lassen. Oft sind Einrichtungen der Stadtmission letzte Anlaufstellen für die »Schiffbrüchigen«.


In diesem Jahr kamen neue Hilfesuchende vor allem aus  Rumänien und Bulgarien, dazu Zuwanderer aus afrikanischen Staaten, die über das Mittelmeer nach Spanien oder Italien gelangten und dort als Flüchtlinge anerkannt worden sind. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Bahnhofsmission, dem herz as, im Haus Jona oder im Nachbarschaftstreff Wilhelmsburg engagieren sich vorbildlich und ringen mit den Dauerproblemen: zu wenig Platz und zu wenig Personal. Außerdem wollen sie die Menschen nicht als Problemfälle sehen, sondern als Individuen, die Chancen verdienen – also Förderung, z.B. durch Deutschkurse im herz as. Über das neue Projekt schulhafen hamburg werden wir später noch hören.


Unsere Einrichtungen sind Hoffnungsorte für viele. Wie können wir sie erhalten und unsere Hilfsinstrumente möglichst noch weiter ausbauen? Diese Frage hat den Verwaltungsrat  der Stadtmission auf seiner letzten Klausurtagung beschäftigt. Wir haben uns dabei auch vor Augen geführt, dass durch die demographische Entwicklung in Deutschland die Finanzkraft der Kirchen bis zum Jahr 2030 halbiert wird. Denn bis dahin wird die Zahl unserer Mitglieder im erwerbsfähigen Alter von 13,1 auf 7,7 Millionen zurückgehen.


Es muss daher gelingen, Menschen außerhalb der Kirchen verstärkt auf unsere wichtigen gesamtstädtischen Aufgaben anzusprechen. Wir wollen Kirchenferne oder auch Ausgetretene erreichen – alle, die sich für die soziale Integrationskraft unserer Stadt mit verantwortlich fühlen. Das sind viele, wie wir es bei der Gründung des Hamburger Spendenparlamentes beispielsweise  erfahren konnten.
Zu diesem Zweck haben wir  eine neue Stiftung gegründet. Sie heißt hoffnungsorte hamburg  und soll einerseits die Zukunftsfähigkeit unserer Hilfsangebote sichern und andrerseits ermöglichen, dass wir notwendige Ergänzungen vornehmen, wie es mit Plata, der aufsuchenden Straßensozialarbeit für Menschen aus Osteuropa aktuell geschieht. Wir verbürgen uns dafür, dass jeder Euro, den diese Stiftung von Spenderinnen und Spendern erhält, notleidende Menschen erreicht.


Das Wort »Hoffnungsorte« eignet sich besonders gut, um Christen und Kirchenferne zum gemeinsamen Handeln zusammen zu schließen. Es appelliert, so wie es in der Weihnachtsbotschaft heißt, an alle Menschen, die guten Willens sind. Alle Einrichtungen der Stadtmission wird künftig die Überschrift hoffnungsorte hamburg als einheitliches Markenzeichen verbinden.


Mit der neuen Stiftung gehen wir in den Spuren unseres Gründungsvaters Johann Hinrich Wichern. Mit deutlichen Worten hat er den Bürgern Hamburgs die Not und das Elend in den Gängevierteln der Stadt vor Augen geführt. Durch das von ihm geweckte frühe bürgerschaftliche Engagement konnte das Rauhe Haus und vor 165 Jahren die Stadtmission Hamburg entstehen. In diesem Geist bitten wir Sie, Unterstützer und Botschafter der hoffnungsorte hamburg zu werden.«